Friday, July 11. 2008Medienwächter und das InternetTrackbacks
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Gemeint ist wohl die staatliche Lizenz, einen Rundfunksender betreiben zu dürfen.
Und natürlich ist es für Regulierer keine angenehme Vorstellung das Durchmittel Lizenz zu verlieren, weil die Betreiber auf nicht lizenzpflichtige Verteilungswege umsteigen können.
Gemeint ist - natürlich - die Rundfunklizenz. Und das ist aus Regulierungssicht ein Problem, weil das Lizenzierungsverfahren u.a. die Pluralität der Programmgestaltung sicherstellt, Meinungskartelle verhindert und daneben die Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedinungen sicherstellen, weil (dauerhafte) Verstöße die Lizenz gefährden.
Und die fehlende Durchsetzbarkeit rechtlicher Normen auch des Jugendschutzes - der durch Erziehung nicht ersetzt werden kann, weil er Erziehung erst ermöglicht - ist ein tatsächliches Problem, das einer befriedigenden Lösung noch harrt (die einfache Lösung über Inhaftungnahme der Anbieter und ggf. auch Verbreiter, die dann automatisch zu einer Regulierung führt, ist m.E. nicht wünschenswert, aber vielleicht am Ende die einzig handhabbare ...).
Ja, ich habe das misinterpretiert mit der Lizenz, gebe ich zu. Es ist die Rundfunklizenz. Aber gerade wenn es zur Vermeidung von Kartellbildung geht sollte das eigentlich den Regulierern doch gut zuspielen dass viele Leute "senden" können - eine Kartellbildung wird da umso unwahrscheinlicher.
Der Jugendschutz mag zwar ein Thema sein (meiner Meinung nach kann da zumindst sehr viel durch Erziehung gemacht werden), aber als Antwort darauf mit Zensur zu kommen (die Verbote kämen von staatlicher Stelle, also ist in diesem Fall Zensur das richtige Wort) sehe ich als falsch an. Sicher kann man nur mit entsprechenden Gesetzen die Erziehung ermöglichen - aber die Gesetze existieren ja bereits; damit sind die Normen definiert. Die Umsetzung ist ein anderes Thema, das sollte meiner Meinung nach über die Erziehung gemacht und nicht mit der Keule geschwungen werden.
Ein ausgewogenes Angebot erhält man nicht unbedingt dadurch, daß viele "senden"; das läßt nämlich offen, daß kapital- oder meinungsstarke Gruppen das Thema besetzen, indem sie entweder durch bezahlte Beiträge (erkennbar durch Werbung, versteckt durch Promotion, unerkennbar als "viral marketing") oder durch entsprechende manpower den Eindruck erwecken, es gäbe zu dem Thema nur diese oder jene Meinung. Zumal das Web 2.0 ja oft genug den Eindruck vermittelt, daß 90% mehr oder weniger eh nur beieinander oder einigen "Alphatieren" abschreiben.
Jugendschutz ist - nicht ohne Grund - einer der sogar in der Verfassung ausdrücklich genannten Gründe für die Beschränkung der Meinungsfreiheit. Erziehung kann nämlich nur da ansetzen, wo den Erziehenden die Möglichkeit bleibt, ihre Erziehungsvorstellungen umzusetzen. Das setzt voraus, daß ihre Kinder eben nicht unkontrolliert und jederzeit mit jugendgefährdenden Inhalten oder Sachen (im Sinne körperlicher Gegenstände) konfrontiert werden. Natürlich ist es Aufgabe der Eltern, den Fernseh- und Internetkonsum ihrer Kinder zu steuern und zu begleiten. Aber dazu gehört es eben auch als Rahmenbedingung, daß nicht am Sonntagmorgen zwischen Donald Duck plötzlich ein Hardcore-Porno gesendet wird - die Eltern können und sollen nämlich auch nicht den ganzen Tag neben ihren Kindern sitzen, genauso wenig, wie sie die Kindern vor dem Fernseher parken sollen. Gleichermaßen ist es Aufgabe der Eltern, ihre Kinder in einer Weise zu erziehen, daß sie den verantwortungsvollen Umgang mit Genuß- und Suchtmitteln lernen, ob das nun Koffein, Süßwaren, Alkohol oder Nikotin ist. Dazu gehört aber auch, daß der Hausmeister auf dem Schulhof der Grundschule keinen Wodka verkauft, und der Supermarkt das auch nicht tut - denn die Eltern können und sollen ihren Nachwuchs nicht ständig begleiten, auch wenn sie ihn nicht Tag und Nacht völlig sich selbst überlassen sollen. Und wenn Kindern mit pornographischen, gewalttätigen oder anderweitig für sie ungeeigneten Inhalten konfrontiert werden, dann kann man da nichts "über die Erziehung machen", weil Kinder unterhalb eines gewissen Alters damit schlicht noch nicht angemessen umgehen können - ganz davon abgesehen, daß sowohl die Kindern (als auch die Eltern als Erziehungsberechtigte) ein Anrecht darauf haben, mit solchen Inhalten nicht unversehens konfrontiert zu werden. Es ist insofern richtig, daß die Gesetze existieren; die Frage ist nur, was man denn tut, tun kann und/oder tun will, wenn sie schlicht ignoriert werden. Ein Verbot des Internets ist selbstverständlich keine Lösung; sich auf "das Netz ist nunmal eben so" zurückzuziehen aber auch nicht. Das Netz ist nämlich letztlich so, wie wir es machen und wie wir zulassen, daß es wird.
Es "sendet" ja (in aller Regel) keiner "im Internet". Man muß sich schon freiwillig Inhalte von einem Server holen.
Das ganze Geheule der selbsternannten Medienwächter: "Ich war im Puff und da gab es nackige Weiber ! Das ist Gefährdung der Öffentlichkeit !!1!" Wenn man Wolfgang Hochsteins Gedanken weiterspinnt, müssen auch Telephonanschlüsse präventiv abgehört und zensiert werden, weil ja potentiell jugendgefährdende Inhalte damit "gesendet" werden könnten. Die Lösung des Problems wäre dabei ganz einfach: Schulen vom Netz ! Wenn die Kids wieder ein bißchen Mathe lernen würden, idealerweise noch mit Spaß bei der Sache, dann käme das allen zugute. Nebenher: In eine Videothek kommt man doch auch erst ab 18. Gruß Hans
Juristen erklären das Internet, Folge 234658.
Seit wann ist eine individuelle und bidirektionale Kommunikation, wie sie zwischen Webserver und Client stattfindet, auch nur in irgendeiner Weise verwandt mit einer unidirektionalen öffentlichen Sendung ?
Naja, naja ...
Die "Bandbreite" (Pfui, geh' Dich schämen) ist zwar billig geworden, aber dafür gibt es flesh, pardon, flash. Das überkompensiert jeden Fortschritt. |
QuicksearchKommentareSun, 18.11.2012 11:51
Hallo Samson.
Ich habe alle
rgrößten Respekt vor der Mühe
die Du dir gemacht hast. Wirkl
ich gut. Dennoch werde i [...]
Sun, 18.11.2012 11:23
Hallo leser.
Eigentlich sol
len meine Einträge hier weder
arrogant noch angreifend rüber
kommen. Allerdings muss [...]
Sun, 18.11.2012 11:17
Hallo Corumeach.
Du kannst
Dein Abo jederzeit pausieren.
Ruf uns an und wir richten das
für Dich ein.
Liebe [...]
Sat, 17.11.2012 23:17
puuuuuuh, da springt aber jema
nd für seinen arbeitgeber orde
ntlich in die bresche...aber o
b deinem arbeitgeber ein [...]
Sat, 20.10.2012 10:41
So ganz kann ich den Unmut hie
r nicht nachvollziehen.
Ich
bin seit etwa drei Jahren Kun
din bei audible. Bei Pro [...]
Tue, 21.08.2012 15:41
Ich gehöre auch zu denen die
mal Audible ausprobieren wollt
en und hab mir dort mal ein S
chnäppchen besorgt. Im g [...]
Wed, 25.07.2012 10:27
Audible ist nicht schlecht. Le
ider behindert mich das Format
. Deshalb wandle ich alle Hörb
ücher, die gekauft habe, [...]
Fri, 13.07.2012 09:09
Hallo
13.07.2012
inzwischen bin ic
h 5 Jahre älter geworden
und
die debian Soft ist nun [...]
Fri, 06.07.2012 14:19
Hmm.
Mein Vater wollte als Ju
nge immer gern fliegen und an
der Schule gab es eine Schüler
fluggemeinschft.
Die Sa [...]
Fri, 06.07.2012 14:05
Richtig gut, Hanno !
Ich hä
tte ja geschrieben, wer "Faceb
ook" 'nutzt' und auf wichtige
Rechte verzichtet, ist d [...]
Sun, 01.07.2012 18:52
Hey,
HTML5 find ich schonma
l cool
Tue, 12.06.2012 12:54
Bin seit geraumer Zeit Audible
Kunde, unter Windows. Hier ku
rz meine Eindrücke, Meinung:
1. Super, dass sich je [...]
Thu, 07.06.2012 00:32
Auch ich danke für diesen span
nenden und unterhaltsamen Blog
, auch wenn er zwischenzeitlic
h immer wieder in eine A [...]
Sun, 03.06.2012 15:41
Hallo
Ich habe mir die Mühe g
emacht und alles durchgelesen.
Dieses gezänk zwischen MP3 un
d AAX ist für mich etwas [...]
Sat, 26.05.2012 18:02
Hallo an Alle,
beim stöbern
bin ich über diesen Blog hier
gestolpert und würde gern als
Audbile-Mitarbeiter und [...]
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