11. internationale Acappella-Woche: Abschlußkonzert in der Markuskirche

Im Gegensatz zu den letzten Jahren ist dieses Mal das Abschlußkonzert nicht im NDR Sendesaal oder einem großen anderen Auftrittsort, sondern in der Markuskirche - was dem Abschlußkonzert eine besondere Atmosphäre gibt. Das Konzert startet pünktlich und schon bald stehen VocaMe und ihr Mentor auf der Bühne. Sie führen die Zuhörer in die frühe Musik ein - und als Bonbon machen sie eine Quasi-Premiere, weil der Komponist der modernen Urauffühung von Mittwoch, Hans Schanderl, sich dazugesellt und ein Stück mitspielt. Ein Zusammenführen von Gegensätzen, wenn man so will.
Danach dürfen Postyr auf die Bühne; bei diesen habe ich allerdings den Eindruck dass sie nicht auf ein Kirchenkonzert vorbereitet waren - die Kostüme waren zumindest eher dem gestrigen Abend angemessen. Heute singen sie allerdings eher ruhige Lieder - also musikalisch passt es in die Umgebung, und auch der Einsatz der Verzerrer wurde für diese Gelegenheit minimiert. Dort, wo es für das Stück wichtig ist wird er benutzt, aber er hat keine "Sonderrolle" wie gestern, wo er mit Hilfe einer Kamera auch noch vorgeführt wurde; heute war er "nur" notwendig.
Die letzten beiden Stücke gefallen mir am besten - einmal ohne Verzerrer, dafür mit Gitarre, ein getragenes Stück, und zuletzt ein Stück ohne Mikrofone überhaupt.
Nach der Pause darf das Eva Quartett auf die Bühne, die einen Teil ihres Konzerts von Freitag noch einmal zum Besten gibt. Die Stimmen sind - trotz des starken Halls in der Markuskirche - gut aufeinander eingespielt und so klingen die Volkslieder kräftig und geben die gewünschte Stimmung gut wieder. Auch wenn ich die Stücke bereits kannte - sie noch einmal zu hören hilft um sie zu geniessen; ich kann auf andere Nuancen achten und entdecke dabei noch ein paar Neuigkeiten.
Zu guter Letzt dürfen Pust ihr Können auf die Bühne zeigen - sie haben sich angepasst und hauptsächlich die Lieder im Programm die auch mit dem Hall in der Kirche klarkommen; das macht es schon, zuzuhören. Auch ihre Choreographie passt; sie brauchen keine Lichteffekte oder andere Zusätze, ihre Präsenz reicht aus um das Publikum beeindrucken zu können.
Mit diesen Stücken wird das Festival für dieses Jahr beendet - einerseits "leider", weil es schon zuende ist, andererseits ist es schön, wenn es so ruhig enden kann. Ich bin auf jeden Fall erst einmal voll mit neuer Musik und Gruppen, die ich weiterhin hören und verfolgen werde ;-) Ich bin sehr glücklich dass Sandra und Roger wieder einmal uns überraschen konnten und eine tolle Auswahl an Gruppen getroffen haben und freue mich schon auf nächstes Jahr!
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11. internationale Acappella-Woche: Matinee mit dem Eranos Ensemble

Am Sonntag morgen gab es eine Premiere: In der Johanneskirche zu Völksen gab es eine Matinee, eine Einführung in Musikgeschichte.
Die recht kleine Kirche ist ein wunderbarer Ort für diese Matinee, bei der das Eranos Ensemble ein wenig die Musik um 1600 herum erklären möchte. Dazu hat das Ensemble einige Lieder dieser Zeit einstudiert, und der Leiter des Ensembles, Frank Löhr, erklärt die damals neuen Bewegungen - Instrumente zu den Sängern dazusetzen, Musik und Text verbinden, so als würde man ein Theater mit Instrumenten und Sängern ausstatten - die ersten frühen Opern entstehen um diese Zeit.
Die Völksener Kirche ist dafür ein schöner Ort - es gibt genug Hall, dass die Lieder wirken können, aber sie ist klein genug dass sich die Sänger nicht anstrengen müssen wenn sie Solo-Parts haben. Auch hat Prof. Löhr einige Instrumente mitgebracht, so dass wir die Wirkung erleben dürfen, wenn einmal der Bass von der Orgel kommt oder die Harfe eine Begleitmelodie spielt.
Für mich ist diese Matinee ein gutes Erlebnis - es ist mal um die Mittagszeit herum ein Konzert, mit schönen Erklärungen um die Musik und den Stil der Zeit dabei und damit kann man die Musik schön nachvollziehen. Ich habe auch das Gefühl, dass den Sängern diese Art von Konzert Spass macht, weil man doch ein engeres Verhältnis zum Publikum bekommt als wenn die Lieder einfach nur vorgetragen werden.
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11. Internationale Acappella-Woche in Hannover: Internationale A-Cappella-Nacht mit Vokalverkehr, Me, Myself and I, MundArt und Postyr

Heute abend ist im Pavillon schon längst alles ausverkauft: Trotz Lena, trotz Eurovision Song Contest. Heute wird es ein bunter Abend - insgesamt vier Gruppen treten bei der internationalen Acappella-Nacht auf. Alles eher im Bereich Pop oder Jazz angesiedelt, daher ist der Pavillon auch die richtige Bühne dafür.
Die Schlange vor dem Pavillon ist schon lang als der Einlass beginnt, aber da wir nicht vorne sitzen wollen haben wir gute Chance unsere Lieblingsplätze zu bekommen.
Ziemlich pünktlich beginnt das Konzert - und zwar mit dem Gewinner-Video des Wettbewerbes, den das Festival ausgeschrieben hat: Gruppen sollten ein maximal 3 Minuten langes Video einreichen in dem sie einen Song singen und sich damit "präsentieren". Die Gewinner dürfen dann heute abend auftreten.
Das Video ist gut gemacht (schwarz-weiss, mit doppelter oder dreifacher Geschwindigkeit abgespielt. Und direkt nach dem Video tritt die Gruppe selbst auf - selbstbewusste vier Berliner die sich Vokalverkehr nennen , die von Anfang an die Bühne für sich einnehmen und mit dem Publikum spielen. Sie singen Cover, auch von bekannten Gruppen oder Sängern, haben diese aber individuell angepasst oder verfasst und sind selbst bei der Choreographie immer wieder gut dabei. Ich würde sagen, sie sind gut auf einem aufsteigenden Ast und ich bin gespannt, mehr von ihnen zu hören!

Als zweites kam die Gruppe Me, Myself and I, kommend aus Polen. Eine Sängerin, ein Bass und ein Beatboxer, von der Aufteilung her erinnern sie mich ein wenig an "Mauf". Allerdings nutzt der Bass sehr viel elektronische Verfremdungen um seine Stimme zu präsentieren - während ein Kompressor noch fast normal wäre nutzt er ein Gerät um mit nur einem Ton einen Dur-Dreiklang zu erreichen. Die Musik klingt spannend, fremd nach den vorher "reinen", nicht verfremdeten Tönen und man muss sich erst einmal reinhören. Die Darstellung auf der Bühne gefiel mir jetzt nicht so - einfach weil ich lieber gerne eine Gruppe habe die auch mit dem Publikum kommuniziert auf irgendeine Art und Weise und nicht nur vor sich hin singt. Aber ihre Einleitung für ein Stück (welches sie für ein Computerspiel geschrieben haben" zeigt, dass sie Studio-Sachen wohl ordentlich machen können und auch gerne verwendet werden.

Nach der Pause (in der zwischendurch ein wenig Eurovision Song Contest gezeigt wurde) kommt eine Gruppe aus Weimar dran: Mundart. Sie beginnen mit einem Cover von "Ganz schön feist" und machen mit eher jazzigen Covers weiter. Zwei der Jungs kenne ich bereits - sie sind auch in der Gruppe Tonalrausch und sind mit dieser beim Festival aufgetreten.
Die Intonation ist gut, aber irgendwie habe ich das Gefühl dass sie das Publikum nicht so stark im Griff haben wie Vokalverkehr - aber das ist nur mein Eindruck. Auf jeden Fall macht es Spass, zuzuhören.

Und zu guter Letzt kommt eine Gruppe aus Dänemark: Postyr. Sie machen eine Mischung aus Elektro, Jazz und Popstücken, allerdings auch mit elektronischer Unterstützung beim Bass. Die Stimmen sind stark, überraschend kräftig, aber ich habe das Gefühl als sei das (Pop-)Genre nicht ihr Wunsch-Genre - oder dass die elektronische Unterstützung zu stark ist. Die selbstgeschriebenen Lieder sind eher simpel, in meinen Augen recht mainstreamig. Der Beatboxer und Bass hat sich noch ein zusätzliches Schmankerl ausgedacht, und zeigt sein Verzerrer-Instrument mit einer Kamera dem Publikum, so dass man sehen kann welche Tasten er drückt. Das mag zwar eine Zeitlang interessant sein, ich finde aber es lenkt eher ab.
Postyr endet mit zwei eher ruhigen Stücken - einmal mit Gitarrenbegleitung und eines ganz ohne Mikrofone. Hierbei zeigen sie dass sie gut singen können und auch Intonationsmäßig gut zusammenarbeiten - die Stimmen sind klar und ausgeprägt. Ein schönes Ende für diese Vorstellung und das Konzert.
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11. Internationale Acappella-Woche in Hannover: Kinderkonzert mit den Hannover Harmonists

Nach vielen Jahren ohne ein Konzert für Kinder wird es dieses Jahr wieder möglich: In der Tellkampfschule Hannover machen die Hannover Harmonists zusammen mit dem Figurentheater Marmelock ein Kinderkonzert - die Pinguine in der Antarktis bekommen Besuch von der Ratte Bruneau aus Paris. Dabei erzählen sie Bruneau, wie sie so in der Antarktis leben - und das musikalisch. Das Programm bzw. die Lieder sind durchaus auf Kinder abgestimmt und auch so aufgeführt dass die Kinder Spass haben; sie werden auch immer wieder aufgefordert, mitzuklatschen oder auch mitzusingen.
Die Tellkampfschule hat eine schöne Aula, in der genügend Platz für alle Kinder und ihre Eltern ist. Die Aula ist gut gefüllt und der Ton ist gut abgestimmt. Die Ratte Bruneau, das Telefon und andere lustige Figuren werden vom Figurenthater Marmelock mit einer schönen Stimme versehen - ideal für die Kinder, um der Geschichte folgen zu können.
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11. Internationale Acappella-Woche in Hannover: Eva Quartett in der Kreuzkirche

Diesen Abend verlassen wir die moderne Musik und begeben uns eher in den Bereich Volksmusik - aber nicht deutscher Volksmusik sondern bulgarischer. Das Eva Quartett singt eine Mischung aus bulgarischen Volksliedern und -weisen, aber auch Kantaten oder moderne Stücke. In der Kreuzkirche Hannover präsentierten die vier Sängerinnen eher die Volksweisen, auf eine einfache aber eindrückliche Art. Auch wenn ich die Texte nicht verstehen konnte waren die Lieder unterhaltsam und alle unterschiedlich. Eine ganz andere Kultur, auch wenn das Land Bulgarien relativ nahe an uns dran ist; die Musik hat sich anders entwickelt als bei uns.
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11. Internationale Acappella-Woche in Hannover: Meisterkurs-Konzert

Dieses Jahr gab es wieder einen Meisterkurs, diesmal unter der Leitung des Hillard Ensembles, in den Räumen des Hannoveraner Knabenchores. Diese Kurse waren aufgeteilt: Vormittags hatte jedes der vier Ensembles knapp eine Stunde mit einem der vier Sänger des Hillard Ensembles, nachmittags wurde die Uraufführung des Stückes von Hans Schanderl gemeinsam geprobt.
Jedes der vier Ensembles hatte eigene Stücke mitgebracht; bis zu vier Stück. Diese waren bis auf wenige Ausnahmen aus dem zwanzigsten Jahrhundert, das Stück von Hans Schanderl war die einzige geplante Uraufführung. Ich hatte mir verschiedene Ensembles während der Proben angehört, es war sehr spannend welche unterschiedlichen Stücke geübt wurden und mit welchen Mitteln die Sängerinnen und Sänger ans Werk gingen.

An diesem Abend wurden nun die Ergebnisse des Kurses (eigentlich sinds ja vier Kurse) vorgestellt: Im Cavallo, einem (für uns) neuen Aufführungsort durfte jedes Ensemble vor dem interessierten Publikum singen. Der Raum selbst ist schön gemacht: Vorne eine relativ kleine Bühne, Stühle aufgestellt und hinten gibt es über den Tresen eine Empore.
Nach der Einführung durch Roger Cericius darf das Ensemble Formosa ihre Stücke vortragen: Das Ensemble Formosa aus Regensburg beginnt mit Stücken unter anderem von Arvo Pärt, Orlando die Lasso oder Graham Lack. Klar vorgetragen, sind die Stücke schon beeindruckend genug; der Raum hilft auch mit weil er sehr trocken ist - es gibt keine Probleme mit Hall oder ähnlichem.
Danach kommt das "neue Vokalensemble der Hochschule für Musik und Theater M(edien?) Hannover". Diese acht Sängerinnen und Sänger wenden sich Stücken von Rihm (Mit geschlossenem Mund) und Nono (donde estas hermanos) zu, welche sie gut und sicher vortragen. Ein wenig wundert ich, dass sie auch während der Aufführung immer wieder die Stimmgabeln nutzen; aber vielleicht soll das auch nur verdeutlichen wie schräg und ungewohnt die zu singenden Noten sind.

Jetzt kommt einer der Höhepunkte des Abends: Die Uraufführung des Stückes "Mouvements de l'eau - Jeux de l'aire" von Hans Schanderl. Dieses Stück wurde für die vier Ensembles geschrieben und geprobt. Dabei standen die Sänger an unterschiedlichsten Stellen - die Hannover Harmonists auf der Bühne, das Folkwang Vokalensemble rechts und links davon, das Ensemble Formosa und das neue Vokalensemble oben auf der Empore. Geleitet wurde dieser Chor von Dr. Jörg Breiding, dem Dirigenten des Volkswangensembles und des Knabenchores Hannover. Wir hatten gute Plätze - recht gut in der Mitte, wurden aber weniger von Jörg und seinen Bewegungen gestört. Dafür konnten wir den Klang gut hören der entstehen sollte - teilweise hatten wir das Gefühl im Innern einer Glocke zu sitzen, weil die verschiedenen Schläge und Geräusche immer aus verschiedenen Richtungen kamen. Die Sänger selbst konnten nur schwer nachvollziehen wie der Klang für die Zuschauer sein würde - sie kannten ja "nur" ihre Stimme und hörten ihre Nachbarn, aber die Quadrophonie konnten sie natürlich an ihrem Platz nicht erleben.
Später hörten wir dass die Generalprobe wohl besser lief - aber als Zuhörer hat man nicht wirklich mitbekommen wo das Stück falsch lief, dafür war man mit den Eindrücken auch sonst gut beschäftigt.

Nach der Pause durften wir dann das Folkwanger Vokalensemble hören: Dieses hatte eine eigene Uraufführung mitgebracht und sang Stücke von Britten, Schlothfeld und Knut Nystedt. Mir persönlich hat das Stück XLII von William Shakespeare am meisten gefallen - weil gerade viel mit Worten und Ausdruck gespielt wurde.
Zu guter Letzt durften die Hannover Harmonists ihre Stücke präsentieren: Eine kleine Mischung aus eher Kinderstücken (Vollalarm), ruhigen aber schrägen Melodien (von Arvo Pärt) und einer epischen Geschichte - ein Gedicht (welches vom Komponisten des Stückes vor dem Gesang vorgetragen wurde) wurde vertont und erzählt die Geschichte des Farmes David Big auf der Suche nach der Frau seines Lebens.

Auch wenn mich vor dem Konzert die vielen "neuen" Melodien eher schreckten fand ich das Konzert sehr spannend - einmal weil sehr viele unterschiedliche moderne Stücke vorgetragen wurden, andererseits weil durch die Quadrophonie auch ein neues Hörerlebnis entstand.
Gerade diese Gegensätze (auch die Geschichte von David Big ist ja modern!) haben den Abend eher unterhaltsam und kurzweilig gemacht. Gerne mehr davon ;-)
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11. Internationale Acappella-Woche in Hannover: Hilliard Ensemble

Das Hilliard Ensemble gehört zu den besten Vokalensembles der Welt. Seit vielen Jahren erfreuen sie die Zuhörer mit Musik aus dem 16ten Jahrhundert, aber verstärkt treten sie auch mit Kompositionen zeitgenössischer Künstler auf.
Heute abend machen sie eine Mischung aus beidem: In der Neustädter Hof- und Stadtkirche machen sie in ihrem Programm verschiedene Blöcke mit "Zeit-"Schwerpunkten plus zwei Uraufführungen, die extra für diesen Abend geschrieben wurden. Dafür gab es einen Kompositionswettbewerb, bei dem Künstler ihre Stücke einreichen und eine Jury diese begutachten könnten.
Die Jury konnte sich dann bei zwei Stücken nicht entscheiden und hat dann beschlossen, dass es zwei zweite Preise geben sollte - und beide wurden vorgetragen. David James hat später gesagt, dass das Ensemble sowieso alle 9 Einreichungen geprobt hatte, daher war es für sie nicht wichtig, welches Stück nun präsentiert werden sollte.
Es wurden jeweils am Ende des Programmteils die Uraufführung gemacht - quasi die "bekannten, schönen" Sachen zuerst und dann das neue, ungewöhnliche. Wobei der Beginn des zweiten Teils mit dem Stück "|| Cor Tristo, part |||" durchaus spannend war - ich konnte die Geschichte hinter dem Stück nachfühlen.
Die zweite Uraufführung macht mir mehr Spass - vielleicht, weil es für mich zusammenhängender ist, oder ich einen "roten Faden" dabei habe. Im Programmheft steht, dass die Sprach-Laute zufällig ausgewählt wurden, demzufolge keine Sprache oder "Text" ist. Aber sie passen zum Stück und zu den Stellen an denen sie benutzt werden. So wird für mich der Abend kurzweilig beendet und ich freue mich ob dieses spannenden Konzertes.
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11. Internationale Acappella-Woche in Hannover: Pust

Das Schloss Landestrost in Neustadt ist immer das erste Konzert welches bei der internationalen Acappella-Woche ausverkauft ist - und das unabhängig davon, wer dort auftritt. Ausserdem muss man dort die Karten selbst kaufen, anstatt das über den sonstigen Kartenverkauf machen zu können - aber das ist uns zumindest egal, man bekommt die Karten zuverlässig und das klappt auch alles.
Dieses Jahr waren wir wieder so früh und das Wetter hat schön mitgespielt, so dass wir erst einmal in die Traditions-Eisdiele gehen konnten um bei dem sonnigen Wetter einen Eisbecher geniessen zu können, bevor wir uns auf den Weg in die Warteschlange beim Einlass zu stellen.
In diesem Jahr sind Norweger dort zu Gast: die Gruppe Pust darf hier ihr Können präsentieren; die Ursprünge sind entweder norwegische Volkslieder, aber auch Jazz-Einfluss ist zu hören. Die sechs Künstler sind gut aufeinander abgestimmt und schreiben die Songs selbst, haben wohl auch einiges an Erfahrung (einer der Sänger war beim Eurovision Song Contest vor einigen Jahren dabei) und wechseln immer zwischen eher traditionellen Folk-Lieder (die sie in der Choreographie dann auch schön anschaulich darstellen können) und Jazz-Interpretationen.
Der Bass sieht zur Abwechslung eher aus wie ein Bariton (und überrascht dann mit seiner sehr angenehmen Bass-Stimme), der Bariton dagegen überrascht mit seiner hohen, aber klaren Stimme bei den ersten Liedern.
Zwischendurch gibt es auch Covers von bekannten Liedern; aber diese sind deutlich angenehm vom Original entfernt, so dass sie wieder ein neues Lied sein könnten, welches "nur" denselben Text hat.
Ein tolles Konzert, die CDs haben wir dann recht schnell gekauft um auch zu hören, ob sie auf CD genauso gut klingen wie auf dem Konzert.
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11. Internationale Acappella-Woche in Hannover: VocaMe

Das Kloster Mariensee ist zwar etwas ausserhalb von Hannover, aber überzeugt zum dritten Mal beim Festival mit seinem wunderbaren Klang und Hall, der zu der hier präsentierten Musik gut passt. Wir sind rechtzeitig da um gute Plätze uns zu sichern (nicht die erste Reihe, es geht ja ums Hören) und haben noch ein wenig Zeit uns die Gegend um die Kirche herum anzuschauen, bevor wir mit Freunden in das Kloster gehen und uns auf die Musik aus dem neunten Jahrhundert freuen: Bisher wurde Hildegard von Bingen als früheste Komponistin angesehen - seit wenigen Jahren ist bekannt, dass eine Äbtissin (namens Kassia) eines byzantinischen Klosters bereits im neunten Jahrhundert Kompositionen erstellte, die (aus den Gedichten die man gefunden hat) zynisch und spannend sich über die Gesellschaft äußerte.
Die vier Damen die die Musik vortragen haben schöne klare Stimmen, der für die Entdeckung verantwortliche Professor begleitet die Stücke teilweise mit alten Instrumenten. Die Stücke klingen einfach - so komplizierte Strukturen wie Moll oder Dur gab es damals noch nicht - aber dafür sehr genau. Getragen, aber nicht langweilig oder pathetisch. Im Gegenteil, bei jedem Lied konnte man die Augen schliessen und einfach den Klang wirken lassen.
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11. Internationale Acappella-Woche in Hannover: Eröffnung mit Martin O. und Basta

Es ist ungewöhnlich für die Acappella-Woche, im NDR-Sendesaal das Eröffnungskonzert zu haben - normalerweise ist hier immer das Abschlußkonzert. Aber warum nicht? Der Saal ist gut gefüllt und die Ankündigung ist schon sehr gut - Martin O als erster Künstler ist für mich schon ein sehr guter Start, insbesondere weil ich ihn noch von Hop o' my thumb kenne und einige Kurzauftritte sehen konnte (unter anderem bei der Neueröffnung des Renitenz-Theaters in Stuttgart).
Was will man sagen? Nach der Begrüßung durch Roger und den Hauptsponsor Meravis (deren Lutschbonbons ideal helfen wenn während des Konzerts jemand husten muss) darf Martin O auf die Bühne, neben ihm steht nur sein "Instrument" - die Tasten für seine Loopmaschine.
Und das ist auch alles (neben einem Mikro), was er braucht. Er singt, er nutzt das Mikrofon und die Tasten - und singt beziehungsweise spielt mit sich selbst. Er lässt seine Stimme in Loops laufen und singt auf diese loops - und auf einmal entstehen neue Lieder, Geräusche bekommen einen Sinn oder man erkennt eine neue Struktur, während er mit phantastischer genauigkeit arbeitet (obwohl es so spielerisch wirkt).
Auch wenn ich einen Teil der Arrangements schon kenne - es macht Spass es noch einmal zu erleben, und auch als ihm einmal ein Fehler passiert ist das nicht schlimm; er baut den Fehler mit ein und baut die letzte Wiederholung einfach einmal neu. Auch seine schweizer Version von "Every Breath you take" ist einfach wunderbar aufgebaut.

Nach der Pause kommen dann Basta - eine Kölner Boygroup, die auch Thomas von Modell Andante (wer kennt sie noch? ;-) nach deren Schluss "übernommen" haben.
Ich weiss nicht. Ich fand die Show die sie abgeliefert haben nicht besonders gut. Die Lieder hatte ich alle schonmal gehört (okay, es war wohl ein Best Of), aber ich hatte auch nicht das Gefühl, dass sie besonderen Spass hatten, in Hannover aufzutreten. Die Hemden und Anzüge waren nicht gebügelt und saßen schlecht (oder ist das gerade Mode?) und auch die Moderationen klangen für mich eher wie "abgespult", weniger als wollten sie das Publikum überzeugen. Aber ich bin auch weniger der Mainstream-Fan und vieles was Basta zumindest an dem Abend gesungen hat klang für mich nach Mainstream.

Aber sonst? Ein toller Start, die üblichen Verdächtigen (Hallo Roger, Sandra, Sammy, Caro, Toto!) getroffen und viel Spass gehabt! Ich freu mich auf die nächste Woche ;-)
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