Datenklau - und keiner will es wissen

Heise berichtet in ihrem Artikel über den Umgang mit Häftlingsdaten - einerseits mit der Information dass ein Datendiebstahl stattfand, aber auch was mit dem Dieb passierte.

Was genau passiert?

- Daten über Häftlinge können einfach von Wärtern kopiert werden, ohne dass dies bemerkt wird
- Diese Daten werden einem Häftling übergeben
- Dieser gibt die Daten weiter an eine unbekannte Organisation
- Ein anderer Häftling bekommt dies mit und meldet dies; auch seinem Volksvertreter
- Der Brief an den Volksvertreter wird zensiert und nicht weitergegeben (aus Gründen der Inneren Sicherheit)
- Erst als der Anwalt die gestohlenen Daten direkt dem Justizministerium übergibt (in Form eines USB-Sticks) wird der Fall überhaupt bearbeitet
- Die Verurteilung war bereits Ende 2006 - aber aus Wahlkampfgründen wurde es geheimgehalten
- Die Opfer wurden erst jetzt, nachdem ein Magazin die Geschichte aufzeigte, informiert.

Ich bin zwar einiges gewohnt aber hier wird sehr deutlich für wie unwichtig viele Leute private Daten halten: Es gibt einen Datendiebstahl (oder Abzug) und keinen interessiert es - beziehungsweise weil die Angaben von einem Häftling kommen werden sie nicht ernst genommen, es wird sogar versucht ihm die Weitergabe seiner Information zu verhindern.

Und der Dieb bekommt als Strafe "nur" 14 Monate Haft. Seine Opfer werden ihr Leben lang mit den Folgen leben müssen. Irgendwie ist das schon skurril.
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Comments

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-thh on :

Das macht nach der Schilderung bei Heise nicht den Eindruck, daß man den Datendiebstahl für unwesentlich gehalten habe, sondern eher den einer gezielten Vertuschung. Insbesondere, falls in Österreich eine vergleichbare Vorschrift wie in Deutschland über den Briefverkehr mit den Volksvertretungen und deren Abgeordneten besteht (Nr. 30 Abs. 2 UVollzO: "Nicht überwacht werden Schreiben an Volksvertretungen des Bundes und der Länder sowie an deren Mitglieder [...]").

Rince on :

Hmm, was genau jetzt das Ziel war ist in meinen Augen unwesentlich weil das Ergebnis dasselbe ist: Ein Datenklau fand statt und er wurde heruntergespielt - ob weil man es für unwesentlich hält oder gezielt ist ja (im Ergebnis) egal: Der Häftling wollte etwas aufdecken und dies wurde verhindert.

-thh on :

Ja, aber es besteht ein nicht unerheblicher Unterschied zwischen "niemand interessiert es, bzw. Hinweise werden nicht ernst genommen" und "die Sache soll aufgrund ihrer Brisanz vertuscht werden". :-)

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